Sommerworkshop 2026 – Abstracts

Die folgenden Vorträge sind derzeit für den GUUG-Sommerworkshop 2026 vorgesehen. Weitere Beiträge können auch während der Veranstaltung noch hinzukommen.

Wie DMARC die E-Mail-Zustellung absichert und welche Rolle die Reports dabei spielen

Referent: Dirk Meyer

Spam, Phishing und gefälschte Absenderadressen gehören auch heute noch zu den alltäglichen Problemen von E-Mail-Systemen. Organisationen müssen ihre Domains gegen Missbrauch schützen und gleichzeitig sicherstellen, dass legitime Nachrichten zuverlässig zugestellt werden. Dafür haben sich in den vergangenen Jahren verschiedene Verfahren etabliert, die inzwischen zum Standardrepertoire moderner Mail-Infrastrukturen gehören.

Der Vortrag gibt eine Einführung in DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance), einen Standard zur Authentifizierung von E-Mails. Dabei wird erläutert, wie DMARC mit SPF (Sender Policy Framework) und DKIM (DomainKeys Identified Mail) zusammenspielt und welche Schutzwirkung dadurch erzielt wird. Im zweiten Teil wird gezeigt, wie die von DMARC erzeugten Reports ausgewertet werden können und welche Erkenntnisse sich daraus über die tatsächliche Nutzung der eigenen Domain gewinnen lassen.

Vorgesehene Dauer: 30 bis 45 Minuten

Der Beitrag besteht aus einem klassischen Vortrag mit anschließender Fragerunde und praktischen Beispielen aus realen Mailumgebungen.

Über den Referenten

Dirk Meyer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Linux- und Open-Source-Infrastrukturen. Zu seinen Interessensgebieten gehören insbesondere Netzwerke, Internetdienste und der zuverlässige Betrieb verteilter Systeme. Regelmäßig bringt er sein Wissen in Community-Veranstaltungen und technische Diskussionen ein.


Nextcloud AIO mit minimalem Aufwand betreiben – eine Live-Demo zum Mitmachen

Referent: Ingo Wichmann

Viele Administratoren wünschen sich eine einfach zu installierende Kollaborationsplattform, die Dateien, Kalender, Kontakte und weitere Dienste unter eigener Kontrolle vereint. Gleichzeitig soll die Einrichtung möglichst wenig Zeit in Anspruch nehmen und auch für kleinere Installationen beherrschbar bleiben.

Nextcloud AIO (All-In-One) verfolgt genau diesen Ansatz. Die Lösung liefert eine vollständige Nextcloud-Installation als Container-Umgebung aus und automatisiert zahlreiche Installations- und Wartungsaufgaben. Im Vortrag wird gezeigt, wie eine solche Umgebung aufgesetzt wird, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und an welchen Stellen typische Stolperfallen auftreten können. Die Teilnehmer erhalten einen praxisnahen Einblick in Installation, Betrieb und Wartung.

Vorgesehene Dauer: 60 Minuten

Der Beitrag ist als Live-Demonstration angelegt. Die Installation wird Schritt für Schritt durchgeführt, Fragen sind ausdrücklich erwünscht.

Über den Referenten

Ingo Wichmann ist langjähriges Mitglied der deutschsprachigen Open-Source-Community und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Linux-Systemen, Serverbetrieb und freier Software. Sein besonderes Interesse gilt pragmatischen Lösungen, die mit überschaubarem Aufwand produktiv eingesetzt werden können.


Wieso mache ich alles falsch, was nicht sauber dokumentiert ist?

Referent: „Oskar“ Fessel

Dokumentation wird häufig als notwendiges Übel betrachtet. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass schlecht dokumentierte Systeme, Prozesse oder Werkzeuge regelmäßig zu Missverständnissen, Fehlbedienungen und unnötigem Aufwand führen. Gerade in technischen Teams hängt langfristiger Erfolg oft stärker von guter Dokumentation als von einzelnen technischen Entscheidungen ab.

Der Vortrag beleuchtet anhand praktischer Beispiele, warum Menschen bei unklar beschriebenen Abläufen regelmäßig zu unerwarteten Ergebnissen gelangen. Dabei geht es sowohl um technische Dokumentation als auch um organisatorische Kommunikation. Gemeinsam wird untersucht, welche Eigenschaften gute Dokumentation ausmachen und welche typischen Fehler sich vermeiden lassen.

Vorgesehene Dauer: 45 Minuten

Der Beitrag kombiniert Erfahrungsberichte, Diskussion und interaktive Beispiele aus dem Alltag technischer Teams.

Über den Referenten

Oskar Fessel ist in der Open-Source- und Linux-Szene seit vielen Jahren bekannt und bringt regelmäßig Perspektiven aus Praxis, Betrieb und Community-Arbeit in Diskussionen ein. Sein besonderes Interesse gilt der Frage, wie technische Systeme und menschliche Zusammenarbeit erfolgreich zusammenspielen können.


Das RIPE-Meeting 2026 in Edinburgh und die Konsequenzen für Unix

Referenten: Erwin und Yannis Hoffmann

Das Internet wird nicht allein durch technische Standards geprägt, sondern auch durch die Zusammenarbeit von Netzbetreibern, Providern und Infrastrukturorganisationen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die RIPE-Community, die sich mit Routing, Adressierung und dem Betrieb des europäischen Internets beschäftigt.

Die Referenten berichten vom RIPE-Meeting 2026 in Edinburgh und stellen wichtige Themen, Diskussionen und Entwicklungen vor. Besonderes Augenmerk liegt auf den Auswirkungen für Administratoren und Betreiber von Unix- und Linux-Systemen. Welche Trends zeichnen sich bei Routing, Netzwerkmanagement und Infrastrukturautomatisierung ab? Welche Veränderungen könnten in den kommenden Jahren relevant werden?

Vorgesehene Dauer: 45 bis 60 Minuten

Der Beitrag verbindet Konferenzbericht, technische Einordnung und Diskussion mit den Teilnehmern.

Über die Referenten

Erwin und Yannis Hoffmann beschäftigen sich seit vielen Jahren mit Netzwerken, Internet-Infrastruktur und Open-Source-Technologien. Beide verfolgen die Entwicklungen innerhalb der RIPE-Community aktiv und bringen regelmäßig Erfahrungen aus der Praxis in Vorträge und Diskussionen ein.


NetBox DNS – Verwaltung von DNS-Zonendaten in NetBox und Benutzung mit Ansible

Referent: Jan-Piet Mens

DNS ist eine der grundlegenden Technologien des Internets. In vielen Organisationen werden Zonendaten jedoch noch immer mit einer Vielzahl unterschiedlicher Werkzeuge gepflegt, was den Betrieb unnötig kompliziert macht.

NetBox hat sich in den vergangenen Jahren als beliebtes Werkzeug zur Dokumentation und Verwaltung von Infrastruktur etabliert. Der Vortrag zeigt, wie DNS-Daten direkt in NetBox verwaltet werden können und wie sich diese Informationen anschließend mit Hilfe von Ansible automatisiert in produktive Umgebungen übertragen lassen. Dabei werden Architektur, praktische Anwendungsfälle und mögliche Grenzen des Ansatzes vorgestellt.

Vorgesehene Dauer: 60 Minuten

Der Beitrag kombiniert technische Einführung, Architekturüberblick und Demonstrationen anhand realer Konfigurationsbeispiele.

Über den Referenten

Jan-Piet Mens ist Autor, Trainer und langjähriger Open-Source-Enthusiast. Schwerpunkte seiner Arbeit sind DNS, Automatisierung, Infrastrukturmanagement und Konfigurationsverwaltung. Seine Vorträge verbinden häufig tiefe technische Expertise mit einem starken Praxisbezug.


Bash-Vergleiche mit [[ ]] – kleine Syntax, große Wirkung

Referent: Martin Schulte

Die Bash gehört zu den wichtigsten Werkzeugen vieler Unix- und Linux-Anwender. Obwohl sie seit Jahrzehnten eingesetzt wird, verbergen sich selbst in scheinbar einfachen Sprachkonstrukten zahlreiche Feinheiten, die vielen Anwendern nicht bekannt sind.

Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Vergleichssyntax [[ ]] der Bash. Anhand praktischer Beispiele werden Unterschiede zu älteren Verfahren erläutert, typische Fehlerquellen vorgestellt und Empfehlungen für robuste Shell-Skripte gegeben. Die Teilnehmer erhalten einen Einblick in jene Details, die im Alltag häufig übersehen werden, langfristig jedoch die Qualität von Skripten deutlich verbessern können.

Vorgesehene Dauer: 45 Minuten

Der Beitrag besteht aus einem kompakten technischen Vortrag mit vielen kurzen Live-Beispielen.

Über den Referenten

Martin Schulte engagiert sich seit vielen Jahren in der Linux- und Open-Source-Community. Sein besonderes Interesse gilt Shell-Programmierung, Automatisierung und dem praktischen Wissen, das Administratoren und Entwickler im Alltag direkt anwenden können.


Von Systemadministration und Automatisierung zu Vibecoding und Agentic Maintenance: Bewegt sich die Unternehmens-IT in Richtung der Lemming-Klippe?

Referent: Nils Magnus

Generative KI und sogenannte Agenten-Systeme verändern derzeit die Art und Weise, wie Software entwickelt und IT-Systeme betrieben werden. Während klassische Automatisierung darauf ausgelegt ist, bekannte Abläufe reproduzierbar auszuführen, versprechen moderne KI-Agenten eine weitreichende Delegation von Analyse-, Entwicklungs- und Betriebsaufgaben. Gleichzeitig entstehen neue Risiken hinsichtlich Transparenz, Kontrolle und Verantwortlichkeit.

Der Vortrag zeichnet die Entwicklung von klassischer Systemadministration über Infrastructure as Code bis hin zu aktuellen Konzepten wie Vibecoding und Agentic Maintenance nach. Dabei wird untersucht, welche Chancen diese Technologien eröffnen und welche Gefahren entstehen, wenn Organisationen ihre technische Entscheidungsfähigkeit schrittweise an autonome Systeme delegieren. Gemeinsam mit den Teilnehmern werden konkrete Beispiele betrachtet und mögliche Gegenmaßnahmen diskutiert.

Vorgesehene Dauer: 90 bis 120 Minuten

Der Beitrag kombiniert Impulsvortrag, Live-Demonstrationen und eine gemeinsame Analyse realer KI-gestützter Entwicklungs- und Betriebswerkzeuge. Ziel ist weniger die Präsentation fertiger Antworten als die kritische Untersuchung eines Trends, der die IT-Landschaft nachhaltig verändern könnte.

Über den Referenten

Nils Magnus arbeitet seit über 30 Jahren an der Schnittstelle von Linux, Cloud-Infrastruktur, Automatisierung, Open Source und nach 20 Jahren Pause auch wieder mit künstlicher Intelligenz. Beruflich beschäftigt er sich mit modernen Plattformen und der Transformation von IT-Betriebsmodellen. Sein besonderes Interesse gilt den technischen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Technologie auf Organisationen und deren Fähigkeit, komplexe Systeme langfristig beherrschbar und sicher zu halten. Da er dabei oft die Begriffe Agilität, Souveränität, Observability, Reproduziertbarkeit und Sicherheit ruft, ist er bei beim Buzzword-Bingo meist vorne dabei. Nils lebt in Laos und Berlin.


Using Python Packages: Risks and best practices

Referent: Dirk Gomez

Mit circa 650.000 Paketen ist die Python-Paket-Registry (PyPI) eine der größten Sammlungen von Open-Source-Software – und ein Schlüsselfaktor für Pythons Erfolg als meistgenutzte Programmiersprache. Doch Vorsicht: Nicht alle Pakete sind gleichwertig! In diesem Vortrag zeige ich, worauf es bei der Auswahl und Nutzung von Python-Paketen ankommt – von Sicherheit über Wartung bis hin zu Abhängigkeiten. Viele dieser Prinzipien gelten auch für andere Paketsysteme wie apt, RubyGems oder npm.

Vorgesehene Dauer: 60 Minuten


Betriebssystem-Darwinismus – Mach und Darwin als Basis offener Unix-Systeme

Referent: Michael Engel

Vorgesehene Dauer: 45 Minuten


Referent: Thomas Maus

Ein Verfahren, um Angreifern bei DDOS, Login-Brute-Forcing und Credentials-Stuffing das Leben gezielt und kalkulierbar schwerer zu machen und gleichzeitig die Nutzbarkeit der Services für die legitimen Nutzer nur gering einzuschränken.

Das Verfahren als solches ist nicht von mir, aber ich habe eine elegante mathematische Modellierung entwickelt, die mit sehr wenig Datenhaltung auskommt und sehr einfach und leichtgewichtig implementiert werden kann. Dadurch kann das Verfahren leicht auf Ebene einzelner Accounts, IPs, IP-Ranges bzw. Geo-Locations genutzt werden – und zwar kombiniert, wodurch die Service-Verschlechterungen für legitime Nutzer stark reduziert, die Hindernisse für die Angreifer aber gut skaliert werden können.

Das Verfahren ist auch einfach zu parametrisieren, in dem eben die tolerablen Service-Verschlechterungen bzw. die gewünschte Angriffsbehinderung vorgegeben werden und die sich ergebenden Angriffsbehinderungen bzw. Service-Verschlechterungen sowie die Modellparameter daraus berechnet werden können. Man erhält also klare Aussagen zur Wirkung des Verfahrens, welches gleichzeitig auch eine Angriffserkennung leistet und schnelle zusätzliche manuelle Intervention durch Aufsetzen weiterer RED-Regeln.